Quilt-Geschichte


Quilts haben in vielen Kulturen über die ganze Welt eine lange Geschichte. Die Faszination und Leidenschaft für alte Quilts begann bei Jolanda seit sie in England lebte und studierte. Dies änderte sich auch nach ihrem Umzug nach Deutschland nicht, denn nun auf Deutschland gerichtet nimmt die Forschung über alte Quilt Traditionen in deutschen Kulturen einen großen Teil ihrer Freizeit ein.


Das älteste in Deutschland bekannte Patchwork geht auf das erste Jahrhundert nach Christus zurück. Das Handwerk des Quiltens entwickelt und zeigt sich mit vielen Gesichtern wie z.B. in Form von Kriegerjacken über Wandbehänge bis zu wollenen Tuchintarsien gemacht von Schneidern bzw. Armeeschneidern im 18. Jahrhundert. Frauen und Mütter konzentrierten sich mehr auf eine Quiltform, die ähnlich dem modernen Trapunto ist und Schnur- und/oder Stopfeinlage enthielt. Immer besser werdend in ihrem Handwerk, entwickelten die deutschen Männer und Frauen so lange vor der Einführung der allerersten Nähmaschine eine Stichmethode, die so fein war, dass es heutzutage nur schwer zu erkennen ist, ob es sich um eine Hand- oder Maschinenarbeit handelte.


Deutsche, die im 19. Jahrhundert nach Amerika gingen, entwickelten ihren eigenen, einzigartigen Quiltstil und/oder trugen maßgeblich zur Entwicklung/Beeinflussung inzwischen ausschließlich auf Amerika zurückgeführter Quiltstile bei. Beispiele hierfür sind Pennsylvania Quilts und Baltimore Quilts. Auch waren es Deutsche, die den heutzutage vorherrschenden Standard von 22 Stichen pro Inch setzten. Wenn man nun berücksichtigt, dass dieser Standard durch Handarbeit erreicht wurde, sagt dies einiges über die Fähigkeiten der deutschen Quilten aus.


Quilt- und Patchworktraditionen waren auch in deutschen Trachtenkostümen integriert. Über diese interessante und innovative Nutzung traditioneller Methoden ist allerdings nur wenig bekannt. Ein Großteil der Forschung bei Home of Jolanda ist daher auf eben diese Traditionen fokussiert und zeigt z.B., dass es weder eine einheitliche altdeutsche Benennung für Quilts und Patchwork in Deutschland gab, noch, dass sich die Benennungen über die Jahre hielten. Nichtsdestotrotz zeigen die bisherigen Funde, dass eben diese Techniken Teil der deutschen Kultur waren lange bevor Präsident Lincoln die Wahrnehmung von Patchwork im Jahre 1845 änderte und entsprechend auch vor den Sammlungsausstellungen alter Quilts von Jonathan Holstein, die in den 70er Jahren durch Amerika und Europa gezeigt wurden. Ähnlich wie in Amerika die Tradition des Quiltens in Vergessenheit zu geraten schien und durch Holstein wiederbelebt wurde, kann ein zu dieser Entwicklung ähnlicher Prozess auch für Deutschland gesehen werden.